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Ich will die Pampa bezwingen!

Am Wochenende fahre ich in die Pampa. Irgendwo ins tiefste Meck­lem­burg-Vorpommern, wo sich die Mitglieder von Nordkreuz „Gute Nacht!" und „Heil Hitler!" wünschen. Irgendwo da, wo die, die können, wegziehen und die, die bleiben, aussterben. Irgendwo da, wo es noch nicht mal Mo­bil­funk­emp­fang gibt. Irgendwo da, wo man auf ein Auto angewiesen ist.

Als in­fra­struk­tur­ver­wöhn­ter Bewohner mehrerer Großstädte will ich aber nicht auf ein Auto angewiesen sein. Die stinken meistens und nehmen die meiste Zeit nur Platz weg. Ich will mir keinen Mietwagen oder Taxi nehmen müssen oder mich von netten Menschen von Hin­ter­tup­f­in­gen nach Hin­ter­hin­ter­tup­f­in­gen fahren zu lassen. Ich will die Pampa bezwingen!

Als In­fra­struk­tur­ver­wöhn­ter will ich mich mit dem ÖPNV und dem Rad fort­be­we­gen. Gut, dass es in rund 20 Kilometern Entfernung zur Pampa einen Bahnhof gibt, den man von Berlin aus er­staun­lich gut erreichen kann. Ich könnte also mein Rad mitnehmen. Wäre da nicht das Problem, dass ich an einem Wochenende im Sommer nicht der Einzige sein werde, der sein Rad in die Bahn bekommen möchte.

Neulich frug ich deswegen auf Twitter, ob wer etwas zu den Falträdern von Decathlon sagen könne. Mir für — im schlimms­ten Fall — einen Wo­chen­end­trip ein Brompton zu kaufen, das war dann doch zuviel des Guten. Konnte niemand. Ein Bekannter meinte übrigens:

Von Bil­li­g­rä­dern lasse ich grund­sätz­lich die Finger.

Ich in diesem Fall nicht. Ich habe kurzerhand ein bisschen Geld in die Hand genommen und mir eins von besagten Bil­li­g­rä­dern gekauft. Das kann ich mit in den Zug nehmen — zumindest in der Theorie. Damit kann ich ziemlich sicher nicht so schnell wie mit dem großen Rad fahren — bisher auch nur in der Theorie. Aber das ist okay. Wenn es mich und sich heil von Hin­ter­tup­f­in­gen nach Hin­ter­hin­ter­tup­f­in­gen und zurück bringt, bringe ich es wahr­schein­lich nicht zurück.

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