bullshit

Kundenbetreuer

Ich wollte mehr bloggen und nicht immer so große und aufwendige Sachen schreiben. Als ob das, was ich bisher gebloggt habe, groß und aufwendig wäre.

Bei Marco rufen re­gel­mäs­sig Call Center an. Wenn sie ihn zu sehr nerven, black­lis­tet er ihre Te­le­fon­num­mern. Daran musste ich heute denken:

Vor geraumer Zeit habe ich meinen Mo­bil­funk­ver­trag gekündigt, weil die zwei Jahre Min­dest­ver­trags­lauf­zeit bald rum sind, ich die Kün­di­gungs­frist nicht verpennen und so in ein weiteres Jahr Mo­bil­funk­ver­trag schlittern wollte. Damals sagte ich dem Menschen an der Hotline, dass ich mich melden würde, falls ich doch noch an einer Ver­trags­ver­län­ge­rung in­ter­es­siert sei. Das, was ich damals gesagt habe, war: Lasst mich bitte mit euren Wer­be­an­ru­fen in Frieden, ich melde mich dann schon, wenn ich Interesse daran habe.

Heute rief dann jemand von meinem Mo­bil­funk­an­bie­ter an. Ob ich meine Nummer nicht behalten wollen würde. Ich brauche immer eine gewisse Zeit, bis ich meine jeweils aktuelle Han­dy­num­mer auswendig kann, von daher wäre es tat­säch­lich keine schlechte Idee, die Nummer mit­zu­neh­men. Nichts­des­to­trotz roch es förmlich danach, dass das einer dieser Wer­be­an­ru­fe war. Darauf sprach ich Herrn R. von meinem Mo­bil­funk­an­bie­ter — so hatte er sich jedenfalls vor­ge­stellt — dann auch direkt an. Er gab es dann auch unumwunden zu und meinte, dass diese Ruf­num­mer­mit­nah­me tat­säch­lich nur eine höfliche Einleitung gewesen wäre. Es war also schon ein holpriger Start in das Gespräch.

Dann wollte Herr R. mir Angebote machen, die ich nicht hören wollte, deshalb schlug ich ihm vor, ob es nicht besser wäre, was mein Mo­bil­funk­an­bie­ter mir bieten müsste, um zu bleiben:

Dann fingen wir an zu dis­ku­tie­ren: Mein Mo­bil­funk­an­bie­ter hätte keine un­ge­dros­sel­te Flatrate im Angebot, sagte Herr R. Blödsinn, sagte ich, mitt­ler­wei­le haben das alle großen Mo­bil­funk­an­bie­ter in Deutsch­land. Das sei ihm neu, sagte Herr R. Ich werde hier jetzt eh nichts am Telefon kaufen, sagte ich. Er könne mich auch morgen nochmal anrufen, sagte Herr R. von meinem Mo­bil­funk­an­bie­ter.

Zwi­schen­drin legte er jedes meiner Worte auf die Goldwaage. Was ich denn mit un­ge­dros­selt meinte. Ge­schwin­dig­keit? Volumen? Was ist an un­ge­dros­selt so schwer zu verstehen? Das Gespräch schaukelte sich hoch, ich fühlte mich nicht ernst genommen und wollte auch am nächsten Tag nicht nochmal von ihm angerufen werden. Wir ver­ab­schie­de­ten kalt, aber höflich und legten auf.

Ich kam mir dann schlicht und ergreifend ver­scheis­sert vor: Zum einen bitte ich darum, dass ich nicht wer­be­an­ge­ru­fen werde und dann werde ich unter einem schlechten Vorwand doch wer­be­an­ge­ru­fen. Dann kommt dazu, dass das Gespräch alles andere als angenehm war — da muss ich mich zur Hälfte aber auch an die eigene Nase fassen. Klar kann Herr R. nicht unbedingt was dafür, dass seine Kol­le­g*in­nen das damals nicht ins System ein­ge­tra­gen haben, er konnte es laut eigener Aussage aber auch nicht. Und wahr­schein­lich muss er irgendeine Quote erfüllen und hat in dem Gespräch mit mir wertvolle Zeit verloren.

Morgen kann Herr R. mich nicht mehr anrufen. Seine Nummer steht als einzige bisher auf meiner Blacklist.

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