Panem, Spiele und Lidl

Jedes Jahr gibt es am Freitag nach Thanksgiving den sogenannten Black Friday, er gilt “als Beginn der Weihnachtseinkaufsaison”.

Viele Geschäfte und Onlineshops bieten um diesen Tag herum teilweise immense Rabatte auf einige Artikeln, häufig Unterhaltungselektronik. Vor ein paar Jahren schwappte dieses “Fest” des Konsums auch nach Europa über. Seitdem shoppen nicht nur die Menschen in den Vereinigten Staaten von Amerika am Freitag nach Thanksgiving, auch Europäer, die damit eigentlich relativ wenig am Hut haben, gehen auf Einkaufstour.

Da oft nur eine begrenze Menge an reduzierter Ware vorhanden ist, kommt es bisweilen vor, dass Menschen sich um Fernseher oder Spielekonsolen reissen.

Lars Fischer twitterte letztens einen Link zu einem Beitrag, in dem der Autor den Black Friday mit den Hunger Games, aus den Tributen von Panem vergleicht.

Menschen mit wenig Geld streiten und prügeln sich am besagtem Freitag um etwas, das sie sich sonst nicht leisten können.

Menschen, die nicht auf die Rabatte des Black Friday angewiesen sich, um sich solche Dinge leisten zu können, schauen die Videos an und finden es scheinbar lustig. Es gibt sogar ein Ranking der “besten” Videos.

In den Büchern von Suzanne Collins gibt es jährlich die Hunger Games, bei denen sich 24 Menschen zur Belustigung einer kleinen, unglaublich reichen Minderheit gegenseitig abschlachten. Dem einzigen Überlebenden, dem Gewinner winkt – Wohlstand.

Neulich fiel mit ein Plakat in einem Discounter neben meiner Ausbildungsstätte auf.

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Dieses Plakat ließ mich an besagten Artikel aus der Washington Post denken.

Zu Weihnachten und Ostern wird in Discountern vermeintlicher Deluxe-Kram angeboten, damit Menschen sich etwas in der Art von dem kaufen, was sie sich normalerweise nicht leisten können oder wollen. Einmal im Jahr muss man sich doch sowas “Besonderes” gönnen!

Menschen, die sich diese Dinge leisten können, sind nicht darauf angewiesen, sie zur Weihnachtszeit besonders günstig in einem Discounter einzukaufen. Und wahrscheinlich wird sich bei uns auch niemand um diese Artikel reißen. Dennoch ließ mich der Gedanke nicht mehr los. Menschen wird sogar noch Geld versprochen, das sie gegebenenfalls gewinnen können, wenn sie doch nur einen dieser vermeintlichen Deluxe-Artikel kaufen.

Ob dieses vermeintlich Besondere etwas Besonderes ist, sei dahingestellt.

Wann sind wir eigentlich dahin gekommen, dass Schein wichtiger als Sein ist? Können wir bitte Lebensmittel nicht aufgrund ihres Aussehens beurteilen? Können wir bitte wieder ehrlicher werden? Und Dinge hinterfragen? Uns häufiger in andere Menschen hineinversetzen? Ihnen helfen, statt sie zu begaffen? Auch mal innehalten?

Ich kann das übrigens nicht gut, dieses Mich-in-andere-Menschen-hineinversetzen. Aber ich versuche, es zu lernen.

Alibiblogpost

Freitags ermahnt mich der Ironbloggerbot manchmal, wenn ich in der Woche noch keinen Blogpost verfasst habe. Auch diesen Freitag kam die Email, dass er besorgt sei.

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Wie drücke ich mich diese Woche am elegantesten davor, 5€ in die Bierkasse zu werfen?

Ich könnte mich aufregen, über wichtige oder unwichtige Themen. Doch dazu habe ich momentan weder Zeit noch Nerven, das richtig zu machen.

Ich könnte euch Katzenbilder zeigen.

Quelle: Wikipedia

Gifs einbauen, damit ihr was zu lachen habt?

Wenn ich nichts zu lachen habe, dann sollt ihr auch nichts zu lachen haben.

Hm, könnte ich nicht was zu den 5€ schreiben? Vielleicht ist die Drückebergerei ja so offensichtlich, dass es keiner merkt?

Liebe Ironblogger Karlsruhe, wann wollen wir denn mal wieder die Kasse leeren? Ich habe da noch 20€, die in Bier investiert werden wollen.

Wenn wir wissen, wann wir uns treffen, können wir uns ja auf das wo einigen.

Lasst uns da mal was organisieren! Die 130€ in der Kasse versaufen sich nicht von alleine!

Diesen Blogpost lese ich euch nicht vor, weil wegen Equipment noch nicht da.

Was auf die Ohren

Mich kann man jetzt auch hören. Ich werde nach und nach meine Blogposts lesen und mich dabei aufnehmen. Den Anfang machen die beiden Blogposts zu den Barcamps in Frankfurt beziehungsweise Karlsruhe.

Ich habe mir überlegt, dass ich nicht großartig nachbearbeiten werde. Zum einen bin ich faul, zum anderen sehe ich keinen Grund, das zu optimieren, indem ich es verfälsche. Zur Zeit nehme ich das mit meinem Handy auf und jage es danach durch Audacity.

Hierzu ein kleiner Nachtrag: Ich habe mir gestern ein Mikrofon gekauft. Von daher werde ich die beiden Beiträge nochmal einsprechen. Auch hat Señor Rolando mich in den Kommentaren auf einen Blogpost von Marco aufmerksam gemacht. Marco ist der Meinung, dass du durchaus ein bisschen Zeit und Mühe und ja, auch ein bisschen Geld in deinen Podcast investieren darfst, um das Zuhören angenehm zu gestalten. Ich hatte das Thema unterschätzt, als mein Handy mir als Mikrofon diente. Nachtrag Ende.

Du kannst die Sachen sowohl runterladen, als auch hier im Blog hören. Wie es dir lieber ist.

Was hälst du davon? Was kann ich deiner Meinung besser machen?

Zum Schluss noch der Hinweis: Wenn ihr mich flattr-n wollt, dann dürft ihr das gerne machen :-)

#bcrm14


Downloads: Ogg, MP3

Vor ziemlich genau einem Jahr besuchte ich mein erstes Barcamp, das Barcamp Rhein-Main 2013. Damals fand es in der Hochschule Dieburg bei Darmstadt statt. Ich beschloss, dass mir Barcamps zusagen und war seitdem auf mehreren in der Region, wie dem Saarcamp oder dem Barcamp Karlsruhe.

Dieses Jahr fand das #bcrm14 in Frankfurt in den Räumen von Etecture statt. Ein Teil der Räume und die Sessionplanung befand sich im Souterrain, ein anderer Teil im sechsten Stock. Um zwischen den Räumen zu wechseln, musste man den Aufzug nehmen, das Treppenhaus war tabu.

Im sechsten Stock gab es eine tolle Aussicht auf die frankfurter Skyline:

Ein von nochsoeiner (@nochsoeiner) gepostetes Video am

Im Vergleich zu den Vorlesungsräumen der Karlshochschule und der Hochschule in Dieburg waren die Sessionräume bei Etecture normale Meetingrooms, was zur Folge hatte, dass es bisweilen ein bisschen kuschelig wurde. Auch das WLAN war in Dieburg stabiler, bei Etecture war es stellenweise überlastet. Ausserdem musste man sich jedes Mal wieder auf einer Website anmelden, wenn man den Rechner mal zugeklappt hatte.

Die äußeren Umstände dieses Jahr reichten nicht an die vom letzten Jahr heran, der Sessionplan allemal.

Ich war dieses Jahr leider nur am Samstag da, am Abend erwischte mich etwas und ich kotzte im Strahl lag im Bett und war nicht mehr zu gebrauchen. Entsprechend und schweren Herzes entschloss ich mich, mein Ticket für Sonntag zu stornieren.

Sessions

Der ersten Session wollte ich schon in Karlsruhe beiwohnen. Nils wiederholte seine Session zu alternativen Beziehungsformen jenseits der Monogamie. Es war ein sehr interessanter, persönlicher Vortrag mit einer schönen Diskussion. Wir einigten uns beispielsweise darauf, dass es egal ist, ob ein Kind Mutter und Vater oder eine beliebige Kombination davon hat, solange die Erwachsenen Stabilität gewährleisten.

Weiter ging es mit einem Vortrag zum Hashtag #NotJustSad. @Mali_2, die den Hashtag ins Leben gerufen hat, hatte sich spontan mit @Koenigin_Frosch zusammengeschlossen, die als Pflegerin in einer psychiatrischen Einrichtung tätig ist und ebenfalls etwas zu #NotJustSad und Depressionen erzählen wollte. Anfangs umriss @Mali_2 die Geschichte des Hashtags, dann beantworteten die beiden Fragen zum Hashtag und zu Depressionen allgemein.

Nach dem Mittagessen erzählte Nadja in ihrer Session mit dem Titel “Leichter Schreiben – für Blog, Webseite und das Leben” etwas über das Schreiben. Die Session war so gut besucht, dass Nadja sie aus kleinen Raum in den Flur verlegte.

Sie erzählte uns, dass wir in der Schule nicht das Schreiben lernen würden. Uns würde vielmehr beigebracht, Texte nach Fehlern zu durchsuchen. Beim Schreiben mit der Hand würden ganz andere Hirnareale angesprochen als beim Tippen.

Nach der kurzen Einführung stellte uns Nadja die Aufgabe, aufzuschreiben, was wir mit dem Schreiben verbinden. Dabei wollte sie, dass wir drei Regeln beachten:

  1. Schreibe 5 Minuten so schnell du kannst.
  2. Halte nicht an, schreibe notfalls Blödsinn.
  3. Streiche nichts durch, halte das Unperfekte, die Fehler aus.

Sie prophezeite uns, dass diese 5 Minuten wie im Flug vergehen würden – und sie sollte recht behalten. Was in meinen 5 Minuten entstand, dürft ihr gerne entziffern:

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Nach dieser Aufgabe und einer kurzen Reflexion machte Nadja uns mit dem Schreibprozess vertraut. Eigentlich gibt es “den” Schreibprozess gar nicht, er ist bei jedem Menschen einzigartig. Ich habe gelernt, dass man Texte auch mal liegen lassen soll. Im Sachen liegen lassen bin ich für gewöhnlich großartig, nur auf die einfache Idee, das auch mit Texten, beispielsweise für den Blog zu machen, bin ich bisher noch nicht gekommen.

In der Schule hat man häufig keine Zeit, seine Texte einfach mal liegen zu lassen, das macht das ganze nicht unbedingt besser.

Nach Nadjas Session gab uns Ingo eine schöne Einführung in die Kommunikation.

Er verband das 4-Seiten-Modell von Schulz von Thun mit Eisbergen und erklärte es sehr schön. Durch die Sachebene werden beispielsweise gerade einmal 7% der Nachricht übertragen, die restlichen 93% teilen sich die anderen drei Ebenen. Anschliessend wurde darüber geredet, in wieweit die vier Seiten auf die schriftliche Kommunikation im Netz übertragbar sind.

Nach Ingo war ich an der Reihe. @DerExperte forderte schon im Vorraus eine Session zu Prism Break von mir ein. Leider verzettelten wir uns in einer interessanten Diskussion und ich kam nicht mal ansatzweise durch.

Mit einem der letzten Stücke Kuchen bewaffnet ging es zu meiner letzten Session. Heiner gab uns einen Einblick in die Krisenvorbereitung, das “Preppen”. Auch diese Session hatte ich in Karlsruhe verpasst.

Er sprach verschiedene Szenarien an und gab uns Tipps, wie man sich in einer solchen Situation ernährt und dass man sich in einer Ausnahmesituation, wenn der Strom über längere Zeit ausfällt, auch darum kümmern muss, dass man auf die Toilette gehen kann.

Zum Schluss zeigte er uns, was er in seinem persönlichen Fluchtrucksack hat, der dafür ausgelegt ist, zwei Leute über zwei Tage über die Runden und weg zu bringen.

Um 18:30 war Schluss, eine Party wie letztes Jahr gab es leider nicht. Ich hatte einen Kasten Bier dabei, weil eben kein Abendprogramm angekündigt war. Da man aber um 18:30 aus Haus und Parkhaus draussen sein musste, nahm ich den Kasten eben wieder mit. Er steht seitdem unangetastet im Flur. Ich hatte im Vorfeld nicht mitbekommen, dass um halb 7 Schicht im Schacht ist.

Wie gesagt war ich Sonntag nicht in Frankfurt, was nicht heißt, dass ich nicht von Zuhause aus dabei sein konnte. Dank Sebastian, der einige Sessions aufnahme und auch streamte, wohnte ich zumindest Thorstens Session zu “Bequem Bahnfahren” bei

Ein Highlight vom ersten Tag war die Vorstellung des Antipreneurshop, die ich am Sonntag morgen von zuhause aus geniessen durfte.

Fazit

Da ich nur einen Tag da war, gibt es ein halbes Fazit. Das diesjährige #bcrm14 war ein ordentliches Barcamp. Anders als letztes Jahr waren die Sessionräume eher zu klein und das WLAN eher instabil und nervig. Da das vorherige #bcrm13 die Messlatte sehr hoch gelegt hatte, war ich dieses Mal ein bisschen enttäuscht.

Trotzdem einen großen Dank an alle Sponsoren, an das Orga-Team und an die Teilnehmer, dass ihr das Barcamp möglich gemacht habt!

In der Nachlese vom #bcrm14 findet ihr noch weitere Blogbeiträge, alle Videos und viele Fotos.

Es lag wohl nicht zuletzt an fehlenden Geld, dass es nicht so toll war, wie letztes Jahr. Der Verein, der das Barcamp veranstaltet, musste seine Rücklagen angehen, um das #bcrm14 überhaupt veranstalten zu können. 2015 kann es sein, dass ein Unkostenbeitrag fällig werden wird, falls sich nicht genügend Sponsoren finden.

Ihr könnt ja mal bei euren Unternehmen nachfragen, ob die das #bcrm15 unterstützen.

#bcka14


Downloads: Ogg, MP3

Vor gut einem Jahr überzeugte mich Juna davon, mal auf ein Barcamp zu gehen. Das wird dir gefallen, sagte sie. Und sie sollte recht behalten. Ich mag Barcamps. Ich mag die Freiheit, die dieses Konzept bietet, ich mag die Menschen, die Diskussionen, die entstehen und ja, auch die Sponsoren mag ich ein bisschen. Ich bin dankbar, dass sie sponsoren :-)

Und scheinbar bin ich nicht der einzige, dem Barcamps gefallen. Fabian Beiner und seine selbsternannte Gurkentruppe sind offensichtlich auch Freunde von Barcamps. Ein anderer Grund, warum sie sich sonst die Mühe machen würden, ein Barcamp zu verstalten, will mir einfach nicht einfallen.

Barcamps werden auch als Unkonferenzen bezeichnet. Unkonferenzen deshalb, weil sie ein bisschen wie Konferenzen sind und doch ganz anders. Im Gegensatz zu Konferenzen weiß man vorher nicht, was für Vorträge einen erwarten. Jemand kümmert sich zwar um den Rahmen, dazu zählen zum Beispiel Ort, Zeit, Verpflegung, doch die eigentliche Konferenz, das Programm, wird von den Teilnehmern gestaltet.

Jeder kann eine sogenannte Session anbieten. Das kann eine Diskussion, ein Workshop oder ein klassischer Vortrag sein. In Karlsruhe dauerte eine Session 45 Minuten. Häufig werden mehrere Sessions gleichzeitig veranstaltet, was zur Folge hat, dass man nicht alles besuchen kann. Dadurch, dass das Programm im Laufe des Barcamps entsteht, herrscht eine unglaubliche Dynamik. Oft treffen sich im Verlauf noch Menschen und stampfen spontan gemeinsam Sessions aus dem Boden.

Das Team um Fabian organisierte am Wochenende das Barcamp Karlsruhe 2014 in der Karlshochschule, kurz (und twittertauglich): #bcka14. Sie kümmerten sich mit Hilfe der Sponsoren um die Räumlichkeiten, das Internet, Koffein und andere Getränke, das Catering und trieben schier unendliche Mengen süße Teilchen auf.

Was dieses Barcamp für mich vom bisherigen Rest abhob, war die Vorstellungsrunde zu Beginn. Jeder Teilnehmer hatte im Vorfeld drei Begriffe angegeben, die ihn ausmachen, interessieren oder für die er steht. Bevor das los ging, hatte ich die Befürchtung, dass das bei geschätzten zweihundert Menschen recht langweilig wird.

Weit gefehlt, es hat Spaß gemacht und gezeigt, wie breit das Spektrum auf dem #bcka14 gefächert ist. Viele Teilnehmer kamen aus dem Bereich der Softwareentwicklung, doch auch Vertriebler, Krankenpfleger oder Social-Media-Menschen waren da. Es war eine bunt gemischte Truppe, was sich dann auch in den Sessions widerspiegelte.

Ich selbst bot eine Einführung in die Emailverschlüsselung mit GnuPG an, die sich dann zu einer Diskussion um die Benutzerfreundlichkeit und Sinnhaftigkeit der Verschlüsselung von Kommunikation entwickelte. Das war etwas, was ich bei der Vorbereitung nicht bedacht hatte, aber solche Diskussionen sind großartig! Der Auslöser für meine Session war Daniel, dem ich neulich eine Email schreiben wollte. Als er auf meine Frage, ob er verschlüsselte Emails lesen kann, nicht “Ja” sagen konnte, beschloss ich für ihn, dass sich da was dran ändern muss und die Idee für eine Session war geboren.

Bei meinem Vortrag bekam ich kurzfristig Hilfe von Daniel, der etwas zu verschlüsselten Emails unter Android sagen konnte. Mein Vortrag war eher auf “echte” Computer fokussiert, von daher war das eine sehr schöne Ergänzung. Dafür möchte ich mich nochmal bedanken.

Nach meiner Session, die direkt im Anschluss an die Sessionplanung stattfand, besuchte ich den Vortrag von @zwitscherjoe. Er gab eine Einführung in das Informationsdesign, ein sehr interdisziplinärer Bereich und somit ein echt interessanter Vortrag. Danach folgte eine Diskussion über “Share Economy – Fluch oder Segen?”, die mir sehr gut gefiel, weil sie viele Aspekte der Sharing Economy betrachtete.

In der nächsten Session plauderte Bernhard von Netto aus dem Nähkästchen und erzählte Anekdoten. So hat Netto beispielsweise eine IT-Abteilung von 30 Menschen bei einer Mitarbeiterzahl von fast 60 000 und im Schnitt öffnen und schliessen jeden Tag je 5 Netto-Fillialen.

Parallel zur Netto-Session hätte ich gerne noch die Session von @fripi zu alternativen Beziehungsformen und @wolfspelz Session über Krisenvorbereitung besucht.

Nach dem Highlight über die “Geheimnisse hinter Discountern” folgte eine Session zu “Next Gen Social Networks”. Ich fand es schade, dass dies sich dahin entwickelte, warum ein Teenager Facebook und Whatsapp nutzt und dass das nächste soziale Netzwerk ein Facebookklon sein wird. Es gab aber auch vereinzelt Beiträge wie “Neue Netzwerke kommen, wenn neue Anwendungsfällle nicht abdeckt werden.”

Mit dieser Session war der erste Tag für mich gelaufen, wir checkten fix im Hotel ein und gingen danach mit Juna, Daniel und Dorothee Essen und Trinken. Es war ein gelungener Abschluss des ersten Tages, ein schöner, langer Abend mit tollen Gesprächen.

Entsprechend spät ging der zweite Tag los, wir ließen die Sessionplanung sausen, während wir im Hotel das Frühstück genossen. In der ersten Session am zweiten Tag erzählte Jan in seiner Session Anonym im Internet interessante Dinge, wie man sich vergleichsweise anonym im Netz bewegt.

Anschliessend ließ sich Stefan in seiner Session Open Transport Data zu Fahrplandaten und das Chaos dahinter aus. Andere Länder sind da, mal wieder, weiter als Deutschland.

Dabei zeigte er uns so schöne Seiten wie TRAVIC, bei dem Anhand der Fahrpläne die Position von Zügen, Bussen oder U-Bahnen auf einer Karte anzeigt wird. Eine Art Fortsetzung gibt es am 29.11. in Stuttgart mit dem Open City Camp.

Nach einer Mittagspause mit wunderbarem Catering und Getränken weckte Dorothee mit ihrem Votrag zu ihren beiden Fahrrad-Weltreisen Fernweh. Wir hatten sie am Abend vorher noch ein bisschen motiviert und der Vortrag gefiel mir ausserordentlich gut. Dorothee unternimmt Radreisen, seitdem sie 14 Jahre alt ist. Das wurde dann immer größer und irgendwann hat es niemanden mehr gewundert, dass sie gekündigt hat, um mit dem Fahrrad um die Welt zu fahren. Wow!

Passend hierzu auch noch folgendes Foto aus einer Session, die ich leider nicht besucht habe.

Ich habe das Foto auf twitter gesehen und muss seitdem öfter an den Spruch denken. Ein schöner Spruch.

Hauke, ein weiterer Barcampneuling, stellte mit einer Session mit anschliessender Diskussoin das Modell der Gemeinwohl-Ökonomie vor, eine Alternative zum Kapitalismus. Während es den meisten Unternehmen bisher darum geht, möglichst viel Geld zu verdienen und den Gewinn zu maximieren, baut die Gemeinwohlökonomie auf dem Ansatz auf, nachhaltig, sozialverträglich und kollaborativ zu wirtschaften. Möglich machen soll das ein Bottom-Up-Ansatz, der von den Bürgern von Gemeinden und Kommunen ausgeht.

In meiner letzten Session auf dem #bcka14 gab uns @fripi einen Einblick in seine Arbeit im Schockraum. Er hatte den Vortrag am Samstag schon mal gehalten, aber da hielt ich parallel meine eigene Session. Folglich war ich ziemlich froh, dass Nils “Suizid – 5 Ways to leave you life” wiederholte. Er gab eine Art Best-Of der Suizide zum Besten. Für die Arbeit im Schockraum bedarf es wohl einer gehörigen Portion bösen Humors.

Nächstes Wochenende steht das #bcrm14 in Frankfurt an, auf das ich mich auch schon sehr freue. Erik forderte im Voraus eine Session von mir zum Alternativen zu Facebook, Google und Co. ein.

Darüber hinaus würde ich gerne diskutieren, warum man verschlüsseln sollte und wie man andere davon überzeugt. Dazu bin ich in Karlsruhe leider nicht mehr gekommen. Habta Lust?

Zusammenfassend kann ich sagen: Danke an die Sponsoren und die Orga für die Organisation. Danke an die Menschen, die da waren und diskutiert, vorgetragen, inspiriert haben. Es war schön mit euch. Hoffentlich sehen wir uns spätestens nächstes Jahr wieder!

Übernachtet haben wir übrigens im Hotel am Karlstor. Wenn ihr ein günstiges, zentrales, aber doch vergleichsweise ruhiges Hotel in Karlsruhe sucht, schaut euch das doch einfach mal an. Die wissen gar nicht, dass ich sie hier erwähne und haben nicht dafür bezahlt. Wir haben zu zweit für ein ordentliches Doppelzimmer mit großem Frühstückbuffet insgesamt 60€ gezahlt.

Das nächste #twabendessen

Update

Ihr habt euch entschieden, wir treffen uns am 3.12. um 19:00 Uhr im RED.


Ich habe eben einen Tisch für 10 Personen reserviert. Wenn jemand vor mir da ist, darf er gerne nach “twabendessen” fragen.

Ich freue mich auf euch!

Ursprungsbeitrag

Ein #twabendessen gab es schon lange nicht mehr. Viel zu lange. Das muss sich ändern!

Das letzte Mal gab es vor eine kleine Diskussion, dass das red, das wir sonst immer besucht haben, nicht wirklich barrierefrei ist.

Bisher war es meistens so, dass wir im red gegessen haben und hinterher im Friedrich noch heisse Schokolade, Wein, Bier getrunken haben. Und damit waren bisher alle zufrieden, es waren schöne Abende.

Im Anschluss an das letzte #twabendessen standen @irrlicht, @junaimnetz, @nivatius und ich noch am Bismarcklplatz und haben darüber geredet. Dabei kam folgender Kompromiss auf:

Erst treffen sich die, die im red essen möchte, im red und essen etwas im red. Den zweiten Teil des Abends könnten wir beispielsweise im Friedrich, dem Vater Rhein, oder dem Gegendruck verbringen, je nachdem worauf ihr Lust habt.

Ich bin sicher, dass wir eine Lösung finden, wenn jemand mit ins red will, es sich aber nicht leisten kann. Wenn du möchtest, lade ich dich gerne auf die Getränke ein.

Es gibt ein Dudle für den Termin.

Was hälst du vom Kompromiss? Worauf hast du Lust, Vater Rhein, Gegendruck, Friedrich oder doch was anderes?

Wolfgang Ischingers Vortrag am DAI in Heidelberg

Anfang des Jahres hielt der deutsche Bundespräseident Joachim Gauck eine Rede auf der Münchener Sicherheitskonferenz. In dieser Rede verpackte Gauck seine Forderungen in Fragen wie beispielsweise

Reagiert es [Deutschland] seinem Gewicht entsprechend?

Er plädierte in dieser Rede dafür, dass Deutschland mehr Initiative ergreifen solle.

Was ist diese Münchener Sicherheitskonferenz eigentlich?

Die Konferenz beschreibt sich selbst als “unabhängiges Forum, das sich der Förderung friedlicher Konfliktlösung und internationaler Kooperation beim Umgang mit gegenwärtigen und zukünftigen sicherheitspolitischen Herausforderungen widmet”

Manche Menschen sind eher der Ansicht, die MSC sei eine “Versammlung der wirtschaftlichen und politischen Machteliten der Nato und EU-Staaten, die sich über gemeinsame Strategien zur Aufrechterhaltung ihrer globalen Vorherrschaft verständigen”

Bis 1994 hieß die Konferenz “Internationale Wehrkundebegegnung”. Die Umbenennung in “Münchener Sicherheitskonferenz” ist für mich eine Art Greenwashing der Rüstungsindustrie.

Finanziert wird die “Internationale Wehrkundebegegnung” unter anderem vom Steuerzahler, der Bundeswehr, aber auch von Kraus-Maffei Wegmann, der SOCAR, der Familie Quandt, Raytheon und anderen.

Seit 2009 organisiert Wolfgang Ischinger die Münchener Sicherheitskonferenz.

Wolfgang Wer?

Ischinger ist der ehemalige deutsche Botschafter in den USA und England, bevor er vom auswärtigen Amt beurlaubt wurde, “um dem Wunsch der Bundesregierung entsprechend” die MSC zu organisieren.

Gleichzeitig ist er als “Global Head of Government Relations” für die Allianz-Versicherung und in deren Aufsichtsrat tätig. Die Allianz war so dreist, diese Stelle extra für einen Diplomaten zu erschaffen. Ich weiss nicht, ob ich es so gut finde, dass ein Diplomat Lobbyarbeit verrichtet.

Und warum erzählst du das?

Das Deutsch-Amerikanische Institut in Heidelberg hat gestern zusammen mit der Rhein-Neckar-Zeitung eine RNZ-Forum mit dem Titel “Deutschlands europäische und internationale Rolle” organisiert. Als Gesprächspartner hatte man besagten Wolfgang Ischinger eingeladen. Erst kürzlich hatte die Rhein-Neckar-Zeitung ein Forum veranstaltet, bei dem man dem ehemaligen und wiedergewählten Oberbürgermeister Eckart Würzner die Möglichkeit gab, sein Wahlprogramm ohne kritische Fragen herunterzubeten.

Das ist zwar nicht so schlimm wie wenn Scheisse direkt auf einen Ventilator trifft, aber da die RNZ als Tageszeitung quasi eine Monopolstellung in Heidelberg hat, heisst das nicht, dass das viel besser ist, wenn man Menschen eine unkritische Bühne für ihre Scheisse bietet.

Die Veranstaltung mit Ischinger war die erste aus einer Reihe mit Experten aus dem In- und Ausland zu Deutschlands Rolle in Europa und der Welt. Der Auslöser dafür war Gaucks Rede auf der MSC, diese “Zäsur verdiene eine öffentliche Debatte”.

Und wie fängt man eine öffentliche Debatte am besten an? Klar, indem man Wolfgang Ischinger ein Forum gibt, seine Scheisse zu verbreiten. Funfact nebenbei: Das ganze läuft als “Kulturveranstaltung”.

Der Abend lässt sich in drei Teile aufspalten. Nach einer kurzen Einleitung durch die Rhein-Neckar-Zeitung hielt Ischinger einen Vortrag, dann stellte er sich ein paar Fragen der RNZ und zum Schluss durfte ihn das Publikum befragen.

Der Abend bot ziemlich viel Bullshit. Ich hatte mir meinen Laptop geschnappt und vom RNZ-Forum unter dem Hashtag #RNZForumMSC getwittert.

Ischinger begann seinen Vortrag mit der Offenbarung, dass man früher nur sieben Semster studieren musste, um an einen Doktortitel zu kommen:

Der Vortrag von Ischinger

Zu Beginn erklärte er, dass Aussenpolitik nicht so leicht sei, wie manche Menschen denken.

Selbst unter Profis herrsche eine große Unsicherheit, wie man gute von schlechter Aussenpolitik unterscheiden könnte.

Um das zu veranschaulichen erzählte er eine Geschichte von Johannes Rau, die wie ein schlechter Witz klang. Es ging um Papst Benedikt XVI.

Nach einem Termin in München wird der Papst in eine moderne, übermotorisierte Limousine à la 7er BMW mit 12-Zylinder-Maschine gesetzt, die ihn zu seinem nächsten Termin in Stuttgart bringen soll. Auf der Autobahn beugt sich der Papst zu seinem Chauffeur vor und fragt ihn, ob er nicht selbst mal ans Steuer dürfe. Als Papst werde er nie wieder das Vergnügen haben, ein solches Auto über die Autobahn scheuchen zu dürfen. Der Chauffeur fährt rechts ran und die beiden wechseln die Plätze. Daraufhin rauscht der Papst mit überhöhter Geschwindigkeit über die Autobahn und wird kurzee Zeit später von einer Polizeistreife angehalten. Als der Polizei den Papst am Steuer erkennt, ruft er seinen Chef an, da er unsicher ist, wie er einen VIP behandeln soll. Sein Chef weist ihn an, ihn wie jeden anderen Bürger auch zu behandeln. Wenig später ruft der Steifenpolizist ihn erneut an. “Soll ich den wirklich bestrafen?” “Wer ist das überhaupt?” “Keine Ahnung, aber sein Fahrer ist der Papst!”

Das Publikum fand das ziemlich lustig. Laut Ischinger ist die Conclusio aus dieser Geschichte, dass man erstmal herausfinden muss, ob man das, was man sieht, auch richtig versteht.

Nach der Geschichte kam ein Schwenk zu Gaucks Rede.

Viele würden die Forderung nach mehr Initiative mit militärischer Intervention gleichsetzen, die Ursache sieht Ischinger darin, dass die Mehrheit der deutschen Bevölkerung durch die Presse fehltgeleitet werde. Es ging aber nicht nur um Militäreinsätze, so Ischinger.

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Kleiner Einschub meinerseits: Nachträglich kam mir der Eindruck, dass Ischinger den Menschen nicht zutraut, sich selbst zu informieren, deshalb schiebt er es auf diese böse Presse. Und überhaupt will er wenig an bisherigen Herrschaftsverhältnissen ändern. Die sind ja auch bequem, wenn man oben ist. Nochmal ein Satz vom Anfang:

Manche Menschen sind eher der Ansicht, die MSC sei eine “Versammlung der wirtschaftlichen und politischen Machteliten der Nato und EU-Staaten, die sich über gemeinsame Strategien zur Aufrechterhaltung ihrer globalen Vorherrschaft verständigen”

Er fuhr mit Steinmeier fort, der ebebfalls an der diesjährigen Wehrkundetagung teilgenommen hat. Er [Steinmeier] hat in einer Talkshow erzählt, dass er immer wieder von Menschen gefragt werde, warum die Welt denn zur Zeit so kaputt sei.

Für Ischinger sind nur solche Krisen relevant, die in sein Weltbild passen. Und das will er natürlich nicht beschädigt sehen.

Aber immerhin:

Als erste Ursache machte Ischinger die allgemeine Veränderung der Weltpolitischen Gegebenheiten aus, es herrsche eine Krise der Modelle, es herrsche Verunsicherung über den Weg nach vorne. Ischingers Weg nach vorne ist meiner Ansicht nach eher ein Auf-der-Stelle-treten.

Gleichzeitig gäbe es einen rasanten Aufstieg neuer Mächte, vor allem von China. Dadurch sei es schwieriger geworden, kollektive Ursachen für die ganze Welt zu treffen

Wer für ihn diese bösen Länder sind, sollte klar sein, oder?

Damit man Entscheidungen treffen kann, habe man die G7 bzw. G8 gegründet, quasi als Hilfsinstrument.

Man könnte auch sagen, dass die G7, G8 ein guter Weg sind, sich über die UN hinwegzusetzen. Denn wer entscheidet bei den G7, G8, wer am Tisch sitzt? Da kann man halt auch mal unbeliebten Schulkindern das Mitspielen verbieten.

Noch so jemand, der Demokratie anstregend findet. Danke, keine weiteren Fragen.

Die zweite Ursache ist für Ischinger das Fehlen eines deutschen Nationalstaats, als dritte Ursache machte er den Wandel in der Kriegsführung aus.

Der Staat habe sein Gewaltmonopol an Freischärler wie den IS verloren.

Hört ihr? Dieses Internet wird von Islamisten als Waffe missbraucht.

Ganz im Sinne von “Früher war alles besser”, denn:

Heute arbeiten diese Freischärler wie gesagt viel mit dem Internet.

Neben der NSA erwähnte er auch die Propagandamaschinerie des IS.

“Was sollten wir eigentlich tun, um im Sinne von Gauck und Steinmeier mehr Führung zu zeigen?”, wollte er wissen. Getreu dem Motto “Beantworte ich später, erstmal was zur Ukraine!” erstmal was zur Ukraine:

Viele würden noch nicht mal wissen, wo die Ukraine überhaupt liegt, dabei sei es von Wien nach Bregenz weiter als von Wien bis zur ukrainische Grenze.

Gleichzeitig gab er zu

Man könnte sich jetzt denken, dass er das Thema wenigstens fair angeht…

Der erste Punkt war:

Der zweite:

Aber warum sollten wir der Ukraine helfen?

Wohltäter der Weltpolitik! Klingelt es da bei euch? Wie dem auch sei: Wenn es nicht um Wohltat geht, um was geht es denn dann?

Klingt nach Gauck-Rede, oder? Trotz des Fehlverhaltens der NSA gilt:

Hm, schwierige Sache, wie geht man das am besten an? Er hätte da einen TTIP.

SO DENKT DOCH AN DIE WIRTSCHAFT!

Radoslaw Sikorki beispielsweise fürchte deutsche “Macht weniger als deutsche Untätigkeit“.

Wisst ihr, was das war? Richtig, der Bullshitdetektor. Ich bin erstaunt, dass er dieses Mal so lange gehalten hat. Egal, zurück zum Thema:

Darüber hinaus leiste sich Deutschland seit 2006 den Luxus, kein Weißbuch mehr herausgegeben zu haben.

Diesem Statement folgten eine ganze Reihe weitere zum Thema Armeen. Beispiele gefällig? Ich habe da mal was vorbereitet.

Uber für die Bundeswehr? Muss man da nicht regulieren? Weiterhin plädierte er für eine gemeinsame Ausbildung von Soldaten, als Beispiel dienten ihm Sanitäter. Wunden in Dänemark würden sich von denen in Italien nicht unterscheiden, meinte er. Trotzdem gäbe es zwei unterschiedliche Sanitätslehrgänge.

Ich glaube, er weiss selbst nicht so recht wo er steht. Irgendwo zwischen “Mensch, spart die Armeen doch nicht kaputt!” und “Oh, hier ist doch Einsparpotential!!!elf”.

Mal zu etwas, was mein Ausbildungsleiter gerne benutzt: “Erwartungshaltung”. Was ist laut Ischinger eigentlich die Erwartungshaltung anderer Länder an die BRD?

Hm, okay, verstehe.

Aber jetzt mal unter uns, was erwarten die Welt eigentlich von uns?

Warum er kurz vorher erwähnte, dass man mit Gewalt seiner Meinung nach Frieden erzwingen kann, das war bestimmt nur schlechtes Timing. Er findet es wichtig, dass die Bundesregierung viel Zeit investiert, um eine Lösung zu finden.

Ischinger schloss seinen Propagandascheiss Votrag mit einem Zitat von Marc Twain, das angeblich gar nicht von Marc Twain stammte, sondern von Edgar Wilson.

Habemus Whiteboard!

In der Schule wurden die grünen, schönen Tafeln irgendwann durch große, weisse Whiteboards ersetzt, warum auch immer. Wahrscheinlich sind die einfach billiger. Mir gefällt an Tafeln und Whiteboards, dass man da so schön drauf rumkritzeln kann und viel Platz hat. Noch cooler sind nur noch Smartboards, doch dafür reichen die Früchte meines Geldbaumes leider noch nicht aus.

Ich liebäugelte schon länger mit so einem Teil, als Maik mich dann noch auf Whiteboardwandfarbe aufmerksam machte, kotzte ich gefühlte Regenbögen. Doch gekauft habe ich mir bisher weder die Farbe noch ein Whiteboard.

Als ich mich dann Ende August im Coworkingspace einmietete, misteten die gerade die Bude aus und hatten mehrere Whiteboards übrig. Auf meine Frage, was denn damit passiert und ob ich nicht eins haben könnte, bekam ich ein Whiteboard. Das stand seit circa Anfang September dann hier in der Wohnung im Weg rum. “Aufhängen? Das kann ich auch morgen noch machen”, lautete die Devise, obwohl ich schon passende Schrauben und Dübel besorgt hatte.

Letztes Wochenende wollte ich das Teil dann nun endlich an die Wand klatschen. Als sich der Sonntag Abend dann dem Ende neigte, wurde mir bewusst, was ich vergessen hatte. Richtig, das Whiteboard stand weiter im Weg rum. “Nächstes Wochenende!”

Dieses “Nächstes Wochenende!” kam mir gestern nachmittag wieder ins Gedächtnis. “Aber es ist doch Feiertag”, sagte der Engel auf meiner Schulter, “Das kannst du doch nicht so einfach machen”.

Dem Teufel auf der anderen Schulter war das egal: “Heute oder nie!”. er schnappte sich die Bohrmaschine und verpasste der Wand vier Löcher. Als ich das Whiteboard dann festschrauben wollte, merkte ich, dass ich der Teufel falsch gemessen hatte. Da hatte sich wohl der Fehlerteufel eingeschlichen.

Der Engel war mittlerweile verstummt. Ratz fatz maß der Teufel neu ab und löcherte die Wand erneut. Dann kamen die Dübel und ich konnte das Whiteboard mit Hilfe an die Wand bringen. Da hängt es jetzt mehr oder weniger gerade.

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Aber es hängt.

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Ich möchte mich bei meinen Nachbarn für die zwei mal paar Minuten Lärm an einem Feiertag entschuldigen. Wir sind jetzt quitt. Weiterhin danke ich den Breidenbachmenschen für das Whiteboard. Die falschen Löcher werde ich wohl bei Gelegenheit mal zumachen. Nächstes Wochenende, ne?

Sunset

Vom Balkon aus habe ich einen wunderschöne Blick in Richtung Westen auf die Rheinebene. Das hat den netten Nebeneffekt, dass ich sehr häufig einen sehr schönen Sonnenuntergang zu sehen bekomme.

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Doch schöne Bilder sind das eine. Heute habe ich mich nicht lumpen lassen und mithilfe modernster Technik, viel Geld und unglaublich viel Aufwand dieses atemberaubende Meisterwerk gezaubert.

Okay, okay, meine Kamera ist ein bisschen älter und als Stativ dienten zwei Pappkartons. Aus diesem Grund ist das Video minimal verwackelt und nicht UHD.

Insgesamt habe ich heute zwei mal 30 Minuten gefilmt, denn länger kann die Kamera nicht am Stück aufnehmen. Danach habe ich noch ein bisschen geschnitten und Musik und Titel eingefügt.

Die Musik ist ein Ausschnitt aus “I’m not alone” vom “Pk jazz colletive“. Eigentlich wollte ich “Animal Bar” von den RHCP nehmen, habe mir dann aber ein paar Gedanken zum Thema Lizenzen gemacht und nach freier Musik gesucht.

Der Aufwand und die Kosten hielten sich also ebenso in Grenzen wie die modernste Technik. Ich habe vor, mir demnächst einen Handyadapter für mein Stativ zu holen, dann kann sowas auch in FullHD machen. Doch dazu muss ich erstmal den Kameraadapter für das Stativ wiederfinden. Das war der Grund, warum ich heute Pappkartons verwendet habe.

Und jetzt raus damit, wie findest du’s?

#OBwahlHD

Die Wahl zum Oberbürgermeister ist vorbei. Von 21.634 Menschen, die ihre Stimme im Wahllokal abgegeben haben. haben 18.431 den amtierenden Oberbürgermeister Eckart Würzner wiedergewählt. Eine “überwältigende Mehrheit“, wie die Stadt meint. Ein Armutszeugnis, wie ich finde.

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Zum Thema “Nichtwähler_innen” habe ich mir letztens schon ein paar Gedanken gemacht. Ich finde es erbärmlich, dass 18.431 Menschen entscheiden, von wem mehr als 150.000 regiert werden. Ich finde nicht, dass Würzner eine gute Wahl gewesen ist.

In dem Wahllokal, in dem ich meine Stimme abgab, wurde die Anzahl der abgegebenen Stimmen mit einem Abakus gezählt, kein gutes Omen. Bis halb 5 hatten 81 Menschen ihre Stimme abgegeben.

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Die “Alternative”, der “andere Kandidat”, der “Tunnelexperte”, selbsternanntes Mitglied der “Elite” und selbsternannter Messias, Alexander Kloos, war für mich noch unwählbarer. Beispiele? Gerne:

Kurz vor der Wahl bekam er sogar noch Unterstützung:

Ziemlich nervig war auch sein Mimimi, dass er nicht von den linken Parteien unterstützt wird, aber das liegt ja nicht an ihm, wie er es eindrucksvoll in einer Pressemitteilung formulierte.

Sicherlich kann man Parteien einen Vorwurf machen, dass sie keinen Kandidaten aufgestellt haben. Das heisst aber nicht, dass diese Parteien, auch wenn sie links sein mögen, einen Kandidaten unterstützen, wie von Kloos gefordert. Das hat er wohl nicht verstanden. Bisweilen kam es mir so vor, dass seine einzige Qualifikation seine Kandidatur war. Und er gab sich echt Mühe, mich in diesem Eindruck zu bestärken.

Da muss er auch nicht versuchen, sich als “Leonidas” zu etablieren, der mit 300 150 Spartanern Unterstützungsunterschriften die Demokratie retten will.

Aber es gibt noch Hoffnung!

Ein paar mutige Twitterer wollten die Stimmen ihrer Follower nutzen, um sich zum Bürgermeister wählen zu lassen. Wäre ich Kloos, würde ich mich nun zur Elite zählen, denn diese Idee hatte ich schon vor einem halben Jahr. Den Tweet dazu reiche ich nach, wenn ich ihn finde.

Nachtrag

Die Rhein-Neckar-Zeitung hat ein paar Artikel zum “Wahlsieg” von Würzner im Programm.

So wurde er kurz vor seiner Wahlparty interviewt.

Zitat von Würzner:

Immerhin 85 Prozent begrüßen die jetzige Politik.

Auch Joachim Hahn vom städtischen Amt für Stadtentwicklung und Statistik wurde von der RNZ befragt, ob “85 Prozent für Würzner bei knapp 22 Prozent Wahlbeteiligung ein wirklich klares Votum [sind]”. In die Antwort wird ihm ein “Ja” in den Mund gelegt, obwohl er lediglich die niedrige Wahlbeteiligung mit ein paar Zahlen “erklärt”.

Da liest man unter anderem auch folgenden Satz:

Und hätte der Amtsinhaber keinen Wahlkampf gemacht, wäre die Wahlbeteiligung noch stärker nach unten gegangen.

Keine weiteren Fragen.

Scheinbar kam auch Alexander Kloos auf dem Marktplatz kurz zu Wort:

Mit knapp zehn Prozent ist das soziale Gewissen der Stadt gerettet. Und ich freue mich darauf, OB Würzner in den nächsten Jahren weitere gute Tipps geben zu können.

Er hat sich vertan, er meinte wohl 1,9%. Und nein, das soziale Gewissen wurde nicht gerettet, nur weil ihn jemand gewählt hat. Freut euch schon mal auf einen “gescheiten Flughafen“. Ausserdem soll das “UNO Militär HQ” nach Heidelberg, um “die Stadt offener zu machen”. Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Tipps dankend abgelehnt werden.

Nachtrag 2

Gerade retweetete mir @sebidotorg einen sehr schönen Blogpost in die Timeline.

Und nicht nur in Heidelberg gab es Oberbügermeisterwahlen. In Tübingen sind mehr als 50% wählen gegangen. Das muss diese geringe Wahlbeteiligung sein, von der Joachim Hahn vom städtischen Amt für Stadtentwicklung und Statistik in der RNZ gesprochen hat!

Die Stadtredaktion lässt sich ebenfalls über die Wahl aus.